Aus dem Archiv der ExtraTip Mediengruppe.
vom 27.02.2010


Fasten nach der Fastnacht

von MAREN APEL, ALEXANDER GÖBERT UND CHRISTINA WOLTERS

Alexander GöbertOsthessen. Auch wenn das morgendliche Frühstück aufgrund Zeitmangels ausfallen musste - spätestens zur Mittagszeit knurrt bei den meisten Menschen der Magen. Und die Palette an Köstlichkeiten ist nicht weit entfernt. Kalorienarm und gesund oder doch eher möglichst fett und fleischig?  Egal, Hauptsache das leere Gefühl unter dem Herzen ist schnell besiegt.  Das halbe soziale Leben dreht sich um Essen: Gemeinsam einkaufen, kochen und natürlich zusammen schlemmen.

Fastende sind da gnadenlos ausgegrenzt - diese schmerzliche Erfahrung werden in den kommenden acht Tagen, drei unserer Redakteure machen. Und das aus ganz unterschiedlichen Beweggründen. Ist es für den einen die Lust am Christina Wolterspersönlichgen Wettstreit mit dem inneren Schweine-hund, sieht der andere die religiösen Gründe als Antrieb. Jesus Christus hat es schließlich vorgemacht: Sieben Wochen vor Ostern, 40 Tage ohne Nahrung. Millionen Menschen in Deutschland tun es regelmäßig. Ein- bis zweimal im Jahr verzichten sie für einen bestimmten Zeitraum auf feste Nahrung, nehmen nur Wasser, Tee, Fruchtsaft, Gemüsebrühe zu sich. Selbstgeißelung? Die Schilderungen erfahrener Fasten-Anhänger hören sich anders an: Sie sprechen von glücklicher Zufriedenheit, von unbeschwerter Leichtigkeit und neuer Energie.

Das macht Mut: Nach etwa drei Tagen nimmt die Ausschüttung von Serotonin zu und das soll ja Maren Apelbekanntlich glücklich und zufrieden machen. Der Kopf kommt zur Ruhe, Energie wird frei.

Quälendes Hungergefühl? Fehlanzeige! Fastende schlafen oft wenig und fühlen sich trotzdem erholt. Sie empfinden sich als verbundener mit sich selbst, sind gelassener und offener. Nicht nur Geschmack oder Duft werden intensiver wahrgenommen, alle Sinne sind geschärft.

Allerdings sei jedem gesagt, der mit dem Fasten, die überflüssigen Pfunde los werden will: das verlorene Gewicht stellt sich danach fast automatisch wieder ein. Es sei denn, das Fasten wird zur bewussten Zäsur, um mit eingeschliffenen Gewohnheiten zu brechen und sie durch gesündere Rituale zu ersetzen.

Also: Die Augen zu und durch. Jesus hat es schließlich auch geschafft.

Fünf Tage im "Kampf" gegen das Hungergefühl

Der Selbstversuch soll in einem angemessenen und gesunden Rahmen in die Tat umgesetzt werden. Da keiner aus der Redaktion schon Erfahrungen mit dem Fasten gemacht hat, haben sich die drei Kollegen für den Ratgeber „Wie neugeboren durch Fasten“ aus dem „Gräfe und Unzer“ Verlag entschieden. In diesem gibt es zahlreiche Tipps und Tricks für den Erst-Faster. Ein wichtiges Kapitel ist „Die Fastenwoche auf einen Blick“.  Dort sind alle acht Tage, in denen sich auf das Fasten vorbereitet wird, die Fastentage selbst und die  Tage danach „Step by Step“ erklärt.

Denn eine Woche ohne feste Nahrung kann nicht einfach so bewältigt werden. Das Fasten an sich fängt mit einem Entlastungstag an. Wie folgt ist dort die Aufnahme von Nahrungsmittel so vorgeschlagen: Morgens gibt’s Obst und Nüsse oder Birchermüsli, mittags eine Frischkostplatte, Pellkartoffeln, Möhrengemüse, Bioghurt mit Sanddorn und Leinsamen, nachmittags einen Apfel und zehn Haselnüssen, abends steht Obst oder Obstsalat (mit Leinsamen oder Weizenkleie), ein Joghurt, Knäckebrot und viel Flüssigkeit. An diesem Tag schließen sich fünf Tage ohne feste Nahrung an (siehe Tabelle).

Um dem Körper nicht gleich in ein „Supergau“ zu stürzen, wird langsam wieder mit dem richtigen Essen begonnen. Erster Aufbautag: Morgens gibt es nur Kräutertee und erst vormittags wird mit einem guten reifen Apel oder einem gedünsteten Apfel das Fasten gebrochen, mittags steht dann eine Kartoffel-Gemüse-Suppe auf dem Plan, nachmittags viel Flüssigkeit und keine Nahrung und abends eine Tomatensuppe, Buttermilch mit Leinsamen, Knäckebrot und eingeweichte Trockenfrüchten. Zweiter Aufbautag: Morgens: Morgengetränk, Trockenfrüchte, Weizenschrotsuppe, vormittags Wasser trinken, Mittags, Blattsalat, Pellkartoffeln, Möhrengemüse, Bioghurt mit Sanddorn, nachmittags Kräutertee und abends Möhrenrohkost, Getreide-Gemüse-Suppe, Dickmilch mit Leinsamen und Knäckebrot.

  

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Umfrage: Haben Sie Vorsätze für die Fastenzeit?

 Jennifer
Bähr
Fulda
23 Jahre

Ich verzichte in der Fastenzeit bis Ostern auf Süßigkeiten und Alkohol – sozusagen auf jene Dinge, die ich gerne mag und esse.

 


 Melena
Benkert
Bimbach
17 Jahre

Ich faste nicht, da ich kein wirklich großes Inte­resse daran habe, auf etwas zu verzichten, das ich gerne mag.

 

 Ralf
Aha
Hünfeld
40 Jahre

Für mich ist es   Tradition,  auf Süßes  und Alkohol zu  verzichten. Es  ist gut  für das   Wohlbefinden. Zudem mache ich  eine Woche Heilfasten.


 Nicole
Rustemeier
Neuental
21 Jahre

Ich bin es nicht gewohnt, auf etwas verzichten zu müssen. Deswegen habe ich auch kein wirkliches Bedürfnis, zu fasten.


 Wadim
Littau
Fulda
29 Jahre

Ja ich faste zurzeit und trinke keinen Alkohol. Außerdem tut es gut, einmal darauf verzichten zu können.

 

Text/Fotos: A. Sauer/E. Wetter

 



Lesermeinungen zu diesem Artikel

Edith Klüber schrieb am 28.02.2010 um 14:10:18
"Ich mache jedes Jahr Heilfasten und faste heute schon den 12 Tag, mir geht super."
(Lesermeinungen sind keine redaktionellen Meinungsäußerungen)

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